Montag, 5. Dezember 2011

Weihnachtsbaum in Rödelheim: Daumen hoch für Schmuckidee

Rödelheim. Richtig gute Idee, von der ich in der Rundschau nun las: Rödelheimer Geschäftsleute (Martina Seitz von Foto Köser), die Wüstenrose, Ortells dieses & jenes, der Büchergarten, Pappmarché und der Biomarkt Picard haben sich zusammengetan, um den Weihnachtsbaum vor der Sparkasse zu schmücken. Gegen eine Spende von 1 Euro kann jeder eine Kugel kaufen, die dann in den Baum gehängt wird. Blaibt was über, wird es gespendet. Richtig guter Ansatz, tip top, Daumen hoch!

Der Winter kommt - Heizenergie und Heizkosten sparen!

Mitarbeiterinnen des Energiesparservices informieren am 6.12. und 15.12. 2011 im Nachbarschaftsbüro,Rödelheim-West, Westerbachstr. 29 Das Quartiersmanagement Rödelheim-West lädt interessierte Anwohner und Anwohnerinnen zu zwei Veranstaltungen unter dem Thema „Der Winter kommt – Heizenergie und Heizkosten sparen“ ein. Die erste findet am Dienstag, dem 6. Dezember 2011, von 9 bis 11 Uhr im Rahmen des „Frauen-Info-Cafés“ statt, die zweite am 15. Dezember um 17 Uhr beim „Nachbarschaftstreff“. Ort ist jeweils das Nachbarschaftsbüro in der Westerbachstraße 29. Referentinnen des Energiesparservices des Caritasverbandes Frankfurt informieren zum Thema und stellen Anschauungsmaterialien und praktische Tipps vor. Ziel ist, neben der Kosteneinsparung für die einzelnen Haushalte für ein ressourcenschonendes Verhalten als Beitrag zum Klimaschutz zu werben.

Der Winter kommt – Heizenergie und Heizkosten sparen Energieberatung mit praktischen Tipps und Anschauungsmaterialien Referentinnen: Frau Potthoff und Frau Dünnhoff - Energiesparservice des Caritasverbandes Frankfurt/M. Termine: 6.12.2011, 9.00 – 11.00 Uhr und 15.12., 17.00 – 19.00 Uhr. Nachbarschaftsbüro, Westerbachstr. 29, Tel. 93490218 Anmeldung ist nicht erforderlich.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Werbefachmann Philipp Erlach: "Wer hier lebt, muss sich seiner Werte sicher sein"

Rödelheim. In den letzten Tagen wurde an dieser Stelle viel darüber diskutiert, wie der Stadtteil Rödelheim gesehen wird. Jeder mag ein gewisses Bild haben, ein Gefühl, dass er mit dem Stadtteil verbindet. Geht das über die einzelne Person hinaus und verfestigt sich in einer Meinung, die Außenstehende vom Stadtteil bekommen, spricht man von einem Image.
Viele Stadtteile verfügen über ein Image, das nicht unwichtig dafür ist, wie sich ein Stadtteil in Zukunft entwickelt. Gilt er als schmutzig oder unsicher, setzt sich ein Prozess in Gang, den Stadtplaner und Politiker tunlichst vermeiden möchten. Denn am Ende steht der so genannte soziale Brennpunkt.

Woher kommt ein Image, wie entsteht es und was kann man dagegen tun? Wir haben nachgefragt bei Philipp Erlach, Geschäftsführer der Frankfurter Werbeagentur „Vier für Texas“ (http://www.4ft.de/), die ihre Zelte ganz bewusst im Frankfurter Bahnhofsviertel aufgeschlagen hat, gleich vis-à-vis des Eroscenters.

Eure Agentur sitzt im Frankfurter Bahnhofsviertel – wäre das schicke Westend nicht die bessere Adresse in eurer Branche?
Bei Adressen ist es für uns keine Frage von besser, sondern von passender – jeder sollte sich seinen Platz suchen und eine schicke Adresse passt eben auch zu einer schicken Agentur. Was wir nicht sind. Im immer Ungeplanten und manchmal Wilden unseres Viertels finden wir auch Hauptwert unserer Branche wieder: Kreativität. Das Bahnhofsviertel ist gewissermaßen der Wilde Westen Frankfurts, darum fühlen wir Texaner uns hier natürlich besonders wohl.


Habt ihr keine Angst, das Image des Bahnhofsviertels könnte eurer Agentur schaden?
Nein, wir freuen uns über die Mobilität und den Freiraum, den uns unser Viertel bietet. Auch unsere Kunden sind vorwiegend positiv auf die Atmosphäre unseres Viertels eingestimmt. Aber zugegeben, wer hier lebt und arbeitet, muss sich seiner eigenen Werte sehr sicher sein – man sieht tagtäglich, was passieren kann, wenn man sich gehen lässt.

Frage an den Werbefachmann. Was genau ist ein Image? Wie entsteht es?
Ein Image ist ein hoffentlich positives Vorurteil. Es entsteht, so banal das ist, über Wiederholung und speist sich, etwas weniger banal, aus der Richtigkeit und Einheitlichkeit der Botschaft, die gesendet werden.

Kann man ein Image beeinflussen. Wenn ja, wie? Und von wem?
Selbstverständlich, sonst hätte ich ja auch keinen Job. Es geht darum, die richtige Botschaft zu finden und diese an so vielen Stellen wie möglich zu leben. Marketing und Kampagnen sind eine Weise ein Image zu steuern, aber auch bei großen Marken ist es so, dass ein Image nicht allein von der Marketingabteilung gemacht wird, sondern von dem ganzen Unternehmen. Wenn Sie sich heute von einer Anzeige angesprochen fühlen und sich morgen beim Einkaufen über den Verkäufer ärgern, dann ist das doppelt so schlimm wie ohne diese Anzeige. Was so abstrakt ein Image genannt wird, sind ja ganz konkrete Erlebnisse: Ihr Kundenberater, der Ihnen 5 Minuten nach Feierabend noch weiterhilft, genügend Parkplätze, wenn Sie am Samstagnachmittag unterwegs sind oder eine gewinnende und leicht zu bedienende Homepage, wenn Sie ein Geschenk suchen. Das ganz Konkrete wird oft über das Marketing-Blabla vergessen.

Wie lange dauert es, ein Image zu wandeln?
So lange, bis hohe Werte einen ganz konkreten Ausdruck finden. Also bis eine tolle Markenkampagne gemacht wird und gleichzeitig die Verkäufer vor Ort auf den Trichter kommen, die toten Fliegen aus dem Schaufenster zu kehren.

Welches Image würden Sie sich für das Bahnhofsviertel wünschen und welches wäre angemessen?
Ich bin stolz und dankbar, in einem Land und einem Stadtteil leben zu dürfen, in dem öfter als nicht, Menschen, die umfallen, aufgelesen und behandelt werden. In dem Menschen, die uns vielleicht seltsam vorkommen, trotzdem sein gelassen werden. In dem ganz viele tapfere Menschen, die oft weit weg von zu Hause sind, sich mit Ideen und harter Arbeit über Wasser halten. Ich wünsche mir, dass das mehr gesehen wird. Wenn dann noch ein, zwei Lokale die Spaß machen, mehr die Trommel rühren, bin ich ganz zufrieden.

Sonntag, 27. November 2011

Frankfurter Rundschau vor Ort in Rödelheim: Ein paar Gedanken in Abwesenheit

Rödelheim. Im Rahmen der Reihe "Vor Ort" wird die Frankfurter Rundschau (FR) in dieser Woche den Stadtteil Rödelheim intensiver beleuchten. Kommenden Dienstag wird ein großes Stadtteilporträt erscheinen, am darauffolgenden Mittwoch, 30. November, werden die Mitarbeiter der Redaktion im Stadtteil Stimmen einfangen - von 11.30 bis 13.30 Uhr vor dem Rewe-Markt an der Kreuzung Radilo/Lorscher Straße. Leider gehöre ich zum arbeitenden Teil der Bevölkerung - sicherlich hätte ich FR-Mitarbeiterin Vanessa Wonka gerne etwas über unseren Stadtteil erzählt. Immerhin konnte ich dies jedoch vorab tun, als "Testimonial", eine persönliche Meinung zum Leben hier.

Ich sag mal vorab: Ich habe nicht in das allgemeine Lamento vom doch ach so schlimmen Niedergang eingestimmt, wie es gerne die Vereinsmeier und Geschäftsringleute tun - weil es, aus meiner Sicht, eher Positives als Negatives zu berichten gibt. Ich wiederhole mich da gerne, denn ich kann es nicht mehr hören, wenn immer nur gejammert wird, was doch alles ach so schlecht geworden ist. Ist es das überhaupt?

Die Spielhallen - jaja. Inzwischen ist das Problem doch erkannt, politisch wird an einer Änderung des Bebauungsplans gestrickt, so dass nicht mit weiteren Zockerbuden zu rechnen sein dürfte. Erste Anzeichen gab es doch schon, als der Metzger in der Radilostraße auszog. Gerüchten zufolge hatte ein "Investor" die Finger danach ausgestreckt - um eine Spielhalle einzurichten. Die Bewohner des Hauses bekamen davon Wind, drohten mit kollektivem Auszug. Der Vermieter bekam daraufhin kalte Füße und vermietete anderweitig. Das ist doch ein positives Signal - inzwischen sind die Rödelheimer alarmiert und hellwach - und wissen sich zu wehren.

Beispiel 2 der Einzelhandel. Ich glaube es jedem Einzelhändler, dass es schwer ist, in Stadtteilen wie Rödelheim ein Geschäft gewinnbringend zu betreiben. Doch, nachdem was ich sehe, sind es vor allem die Betriebe die es schwer haben, die ihren Laden nach alter Väter Sitte betreiben. Und dies bereits mit der Aufmachung im Laden dokumentieren. Gegenbeispiele gefällig?

Hier sind sie: Die Confisierie Graff behauptet sich gegen gefühlte 20 weitere Bäckereien im Stadtteil. Das Geschäft brummt - und sicher nicht, weil man dort, als einer der kleineren am Ort, das x-te Roggenmischbrot leider 20 Prozent teurer verkaufen muss, weil die Konkurrenz effizienter arbeiten kann. Der Bücherladen: Lautete dort die Antwort bloß "haben wir nicht" - der Laden wäre längst Geschichte. Persönliche Ansprache (Hey, Sie mögen doch Nick Hornby, was halten sie von "Zwei an einem Tag"), Bestellungen die schneller sind als Amazon (meist am selben Tag) und ein attraktives zweites Standbein (Kunstdrucke) - so lässt sich auch im früheren Arbeiterstadteil (und im Politikersprech ist Arbeiter = bildungsfern und wenig Literatur zugewandt) ein Buchladen im inzwischen sechsten oder siebten Jahr betreiben. Weitere: Die Blumenläden "Wüstenrose" und "Schön Botanik" - weil sie mehr als Friedhofskränze und Usambaraveilchen verkaufen; die Metzgerei Kerber - weil das Tagesangebot (eine Sache zum halben Preis) derart attraktiv ist, dass selbst Leute, die sich sonst nicht unbedingt einen Metzgereibesuch leisten können, kommen; Das Café Ortells und das "Café im 11. Revier" - weil es atmosphärisch dort noch etwas anderes gibts als Stehtische und Pappbecher im Neonröhrenlicht. Und selbst die Postfiliale ist - nach der Privatisierung - irgendwie schneller und freundlicher geworden. Kurzum: es geht, wenn man will.

Wer allerdings denkt, mit Öffnungszeiten bis 18.30 Uhr, Auslagen im Schaufenster, die sich in 25 Jahren nicht ändern und Gleichgültigkeit signalisiert, Leute in seinen Laden locken zu können, der braucht sich eben nicht zu wundern, wenn die Leute sich ins Auto oder die Bahn setzen, und in wenigen Minuten im MTZ oder MyZeil ein Vielfaches an Auswahl finden, die - natürlich - auch noch günstiger ist. Das ist völlig normal und wer dies bejammert kann das sicher gerne tun, nur wird sich niemand finden, der darauf hört. Wer auch? Sollen Menschen aus Mitleid einkaufen kommen? Dafür sitzt der Euro nicht mehr locker genug. Oder weil es sich scheinbar so gehört? Mit Verlaub, mit jedem verschwindenden Geschäft stehen die Chancen zunächst 50:50, dass es sogar besser werden könnte.

Ähnlich sieht es doch im Bereich Freizeit aus. Wenn Männergesangvereine Flugblätter drucken und sich die Arbeit machen, Männer mittleren Alters aus dem Melderegister zu pulen, dann ist das rührend aber nicht zielführend. Eine gescheite Homepage, ein Auftritt bei Facebook und zeitgemäße Literatur täten ihr Übriges - doch viel abschreckender ist der "Mitgliedszwang". Wer will schon über Jahre irgendwo Mitglied sein? Die Welt ist schnell, sie verändert sich stetig, das Freizeitverhalten sowieso. Und die Konkurrenz um die wenigen Stunden Qualitätszeit, die man so gestalten will, dass man das Arbeitsleben einigermaßen erträgt oder vielleicht darin Erfüllung findet, wächst stetig. Die Unverbindlichkeit wächst. Auch das mag man beklagen, doch nützen wird das wenig. Chöre etwa, die sich zu Projekten gründen, ein Konzert etwa, können sich vor Mitgliedern kaum retten - genau weil diese wissen: Nach dem Konzert ich Schluss, ich muss mich fortan nicht auch noch mit ätzenden Mitgliederversammlungen abmühen und bekomme dort womöglich noch ein Amt aufs Auge gedrückt, zumal wenn man unter 65 ist und damit den "Generationswechsel" verkörpert würde. Wer da einfach ein Plätzchen sucht, um ab und zu mal mit sympathischen Menschen ein Bier trinken zu können, ist gearscht.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich höre sie schon jammern, all die Kassandras Rödelheims. Doch genau dort, wo Menschen hingehen, die alten Muster aufbrechen, ausscheren; Fantasie haben und mit Leidenschaft bei der Sache sind, überall dort bewegt sich auch was - und die Nadel zeigt hier in Rödelheim immer ganz steil in den Grünen Bereich. Und je mehr Leute in Rödelheim anfangen, das zu sehen und anzunehmen, je schneller nimmt der Express Fahrt auf. Vereine, Parteien und sonstige Institutionen mögen out sein. Und wenn es so ist, ist es so. Dann sind aber nicht die Menschen dran schld, sondern die Strukturen. Das hätte ich gerne am Mittwoch den FR-Leuten mit auf den Weg gegeben denn dazu stehe ich: Rödelheim ist in meinen Augen einer der am meisten unterschätzten und schlechtgeredeten Stadtteilen in Frankfurt.

Donnerstag, 10. November 2011

Martinszug: Auofahrer missachtet Absperrung und bezahlt mit dem Außenspiegel

Rödelheim. Das war nun wieder St. Martin. Eigentlich lief alles ganz normal und geordnet: von Kindergarten Kirschbaumweg  über die Breitlacher- und Westerbachstraße wieder zurück zur Kita. Halbe Stunde Laternen und Kindergesang. Wäre da nicht etwas geschehen, was später am Feuer für Diskussionsstoff sorgte und was wohl auch in den kommenden Tagen reichlich Gesprächsstoff liefern wird.

Samstag, 5. November 2011

FNP greift Blogbeitrag über Peter Kripgans auf

Rödelheim. Im Fußball würde man das wohl einen Rückpass nennen. Vor kurzem berichteten wir an dieser Stelle über Peter Kripgans (Rödelheimer Büchergarten) und seine Idee, Kunstwerke auf Leinwand zu drucken. Nun hat die Frankfurter Neue Presse (FNP) das Thema aufgenommen und ebenfalls eine Geschichte über Peter Kripgans gemacht:


http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/frankfurt/ein-professor-als-buchh-ndler_rmn01.c.9338241.de.html

Wer die Originalgeschichte aus diesem Blog nochmal nachlesen mag, der findet sie unter:

http://roedelheim.blogspot.com/2011/10/rodelheimer-buchergarten-ein-fast.html

Donnerstag, 3. November 2011

Neu in Rödelheim: Ortells dieses & jenes

 Rödelheim. Oops, da wäre es mir doch beinahe herausgerutscht - dabei wollte ich diese Floskel doch tunlichst vermeiden, die, von den Stückchen Berlin-Mitte in Alt-Rödelheim. Ist aber auch blöde, mit diesen Klischees.
Fest vorgenommen hatte ich mir nach dem Besuch, den Stil von "Ortells dieses & jenes" - seit wenigen Tagen in Alt.Rödelheim neben der "Wüstenrose", eher in angesagten Londoner Stadtteilen wie Notting Hill zu verorten. Ja, irgendwie scheint es das besser zu treffen. Denn aus den Boxen wummert nicht irgendein House-Geplätscher, sondern eher gepflegter und chilliger Lounge-Jazz; aber nicht der abgedroschene "Girls from Ipanema"-Krempel, der einem in der Innenstadt sofort wieder aus den Ohren tropft, während man bereut, den Laden jemans betreten zu haben.
Hier im "Ortelles" passt das irgendwie zum Ambiente: Kühl aber nicht unterkühlt, geschmackvoll gestylt, aber nicht zu dick aufgetragen.

Dienstag, 1. November 2011

Die Ergebnisse der Pfarrgemeinderatswahlen in St. Antonius

Rödelheim. Auch wenn es offensichtlich nur ein Minderheitenprogramm ist. Hier sind die Ergebnisse der Pfarrgemeinderatswahlen vom vergangenen Sonntag in der Pfarrgemeinde St. Antonius, wie sie das Bistum Limburg auf seiner Homepage veröffentlich hat. Wie, Pfarrgemeinderatswahl? Mag sich manch einer nun Fragen. Wohl zurecht, denn die Wahlbeteiligung lag bei mickrigen 13 Prozent. In Zahlen: Von 3166 Katholiken im Sprengel sing gerade einmal 412 an die Urne gegangen oder haben Briefwahl gemacht. Die Zahl der Briefwähler lag angeblich bei 0. Komisch, ich hatte meinen Wahlzettel vor einer guten Woche im Pfarrbüro in den Briefkasten geworfen.
Der neue Pfarrgemeinderat hat 10 Mitglieder, davon 7 Frauen und 3 Männer. Der Altersdurchschnitt beträgt 49,90 Jahre. Gewählt wurden folgende Frauen und Männer:
Werner Fendel, Falk Grüning, Gisela Heddesheimer, Giovanni Lionti, Ruth Lipperheide, Marianne Ruppenthal, Elisabeth Singer, Sylvia Thüncher, Isabel Thüncher, Cornelia Tobergte.

OB Petra Roth will Boris Rhein schon ein Jahr früher ranlassen

Rödelheim. Die Fraankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth will ihre dritte Amtszeit nicht vollmachen. Roth plant ein Jahr vor Ende, also im kommenden Jahr, in den Ruhestand zu gehen. Also möglichen Nachfolger schlägt sie den hessischen Innenminister und Hells-Angels-Verbieter Boris Rheinvor, ebenfalls CDU, ist ja klar.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Confiserie Graff auf der Kulinart in Bockenheim

Rödelheim. Tradition aus dem Stadtteil auf der Kulinart in Bockenheim (Bockenheimer Depot) am kommenden Samstag und Sonntag, 28. und 29. Oktober. Hier gibt die Rödelheimer Konditormeisterin Regina Graff Kostproben ihrer süßen Kunst: Ob Pralinen und Trüffel, verführerische Sahne-Mousse-Törtchen nach französischer oder Luxemburger Tradition, süße Tassenschokoladen, Bruchschokolade und vieles mehr. Alles mit viel Liebe und Sorgfalt in Handarbeit hergestellt. Wer es lieber herzhaft mag, sollte unbedingt ebenfalls vorbeischauen, schließlich gibt es in der Confiserie Graff das Natursauerteigbrot aus Frankfurts einzigem Holzbackofen. Gebacken wird es von Reginas Vater Manfred nach altem Familienrezept - das Familienunternehmen besteht seit sieben Generationen in Frankfurt

Eintritt: 10 Euro
Regina Graff ist neuerdings auch auf Facebook vertreten:
http://www.facebook.com/#!/event.php?eid=118212268287295

Mehr zur Kulinart:
http://www.facebook.com/#!/Kulinart

Montag, 24. Oktober 2011

Überwintern eines Zitronenbaums, der zweite Versuch

Rödelheim. Regelmäßige Leser dieses Blogs wissen: Ich liebe meinen Zitronenbaum heiß und innig - nicht immer zur Freude meiner Frau. Fairerweise müsste man sagen: Zitronenbaum 2.0, oder so. Denn der erste kam nur ganz knapp über den letzten Winter. An mangelndem Einsatz meinerseits lag es nicht: aus Styropor baute ich eine Box mit Unterbodenschutz, aus Flies bastelte ich eine Hülle. Auf dem Balkon, ganz nah an der Hauswand, dachte ich, wird's schon nicht so schlimm. Naja, am Arsch die Waldfee. Der vergangene Winter war dermaßen kalt, dass selbst dem besteingepacktesten Zitronenbaum der Welt das Schicksal des Kältetods nicht erspart geblieben wäre.
Dabei hatte ich es doch nur gut gemeint. Zum Geburtstag hatte ich mir das Bäumchen bei Biga Kruse auf der Klingelbacher Mühle (www.klingelbachermuehle.dewww.klingelbachermuehle.de) gekauft - übrigens ein echter Geheimtipp, auch für Leute die andere Exoten mögen und gleichzeitig mal ein paar Kängurus aus der Nähe sehen wollen. Doch das nur am Rande. Richtung Herbst fragte ich bei Gärtnereien rum, was wohl eine Überwinterung des Zitronenbaums im Gewächshaus kosten würde. Ich schlackerte mit den Ohren, als ich die Preise hörte: zwischen 100 und 200 Euro von November bis März. Da überlegte ich mir schon, ob ich mir nicht ein riesiges Gewächshaus kaufen sollte.
Im Keller verlor der Zitronenbaum schnell die Lust. Und die Blätter. Also verpackte ich ihn mit oben genanntem Ergebnis. Kleiner Zusatz: Der Baum selbst war zwar hinüber, aus den Wurzeln schossen, sehr zu meiner Freude, im Frühjahr wieder ein paar Wildlinge.
Dennoch entschied ich mich für Zitronenbaum 2.0. Diesmal kaufte ich den nicht im Hintertaunus, sondern bei Remko Schön auf der Lorcher Straße - mitsamt ein paar fast reifen Früchten, vielen Blüten und etlichen Pflegetipps. Über den Sommer ging's meinem kleinen Liebling prima. Nun heißts wieder: rein ins Haus, oder wohin damit? Einen Tipp hat Remko Schön parat: Zwei Weißlichtröhren dicht über dem Baum aufgehängt, eine kleine Zeitschaltuhr dazwischen und dann dürfte es dem Zitronenbaum auch im Keller gefallen. Guter Tipp, dankeschön! Ich werd's ausprobieren. Und wenn's klappt, bringe ich Remko nächstes Jahr ein Glas selbstgemachte Marmelade vorbei.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Baumkronen gekappt - Naturschützer sind entsetzt


Hausen. Dass es um den Hausener Auwald immer wieder zu Reibereien zwischen Naturschützern und Stadt, bzw. Grünamt kommt, würde hier ja auch schon mal berichtet nun war es wieder so weit, wie Martin Hauschildt in einer Pressemitteilung mitteilt:
"Der Schutzgebietsbetreuer Martin Hauschildt wurde nicht informiert – im Gegensatz zu früheren Einsätzen bis Sommer letzten Jahres! Große Bäume, die gesund waren, wurden ihrer Kronen beraubt. Kleine Bäume und Gebüsch wurden vom herabfallenden Stämmen und starken Ästen erschlagen – der schmale Pfad zum Begehen des Gebietes (z.B. zur Nistkastenkontrolle) wurde zugeschüttet.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Kunst, die mit den Menschen ins Gespräch kommt - Vera Bourgeois

Rödelheim. Auf den ersten Blick könnte man meinen, es handelt sich um Schnappschüsse. Manches der Porträts ist unscharf, wirkt verwackelt. Doch die scheinbare Nachlässigkeit von Vera Bourgeois hat System. Die Künstlerin will die Aufmerksamkeit des Betrachters über das bloße Foto hinaus lenken, hin zu den wirklich wichtigen und existenziellen Fragen, die sich in einen Menschenleben auftun. „Die Bilder, die so entstehen, sind weder Schnappschüsse noch ausgeklügelte Kompositionen. Sie haben jene Unmittelbarkeit, ja Unvollkommenheit, von der der amerikanische Fotograf Stephen Shore sagt, dass sie, wenn man untersuchen will, wie die Welt aussieht, hilfreicher sein kann als die Perfektion“, schrieb einmal  Annelie Lüttgens über die Arbeiten von Vera Bourgeois. Und so sollen auch die Afrikanischen Porträts, die zurzeit im Goethe-Institut zu sehen sind, Fragen stellen.

Dass sich aus Fragen Dialoge entwickeln, das gehört zum Kunstverständnis von Vera Bourgeois. Kunst als Selbstzweck, l’ art pour l’art, das ist ihre Sache nicht: „Das genügt mir nicht". Sie will Menschen erreichen, Impulse geben, Diskussionen entfachen – und schafft dies immer wieder. Und sie spielt den Ball zurück zum Betrachter, etwa bei Lesungen. „Mein Ziel ist es, etwas in Bewegung zu setzen. Ich bin jemand der verlangsamt und versucht zu vertiefen.“
Schließlich sieht sie Kunst nicht nur als Ästhetik, sondern als etwas das eingreift in die Politik, in die Gesellschaft das helfen soll, Dinge in einem positiven Sinn weiterzuentwickeln. Aber: sie möchte ihr Schaffen nicht in den Dienst der Politik oder der Sozialwissenschaften stellen.
Die Fotos für African Portraits entstanden in Kamerun. Dort war sie vor einigen Jahren im Auftrag des Goethe-Instituts unterwegs. „Ich saß in einer Kneipe und hatte Zeit“, erzählt sie. Dabei beobachtete sie die Leute um sich. Und je länger sie beobachtete stellte sie fest, dass die Menschen begannen, sich aus der -aus Sicht einer Weißen – Ununterscheidbarkeit zu lösen. "
Langsam bildeten sich die intensiven individuellen Charaktere für mich heraus." So begann sie, die Leute zu fotografieren. 

Montag, 17. Oktober 2011

Rödelheimer Büchergarten: Ein fast echter van Gogh auch für den kleineren Geldbeutel

 Rödelheim. Ein echter van Gogh? Unbezahlbar, logisch. Ein beinahe echt aussehender ist schon deutlich erschwinglicher. Doch was sieht aus wie echt? Da beginnt das Problem nämlich schon, wie Peter Kripgans weiß. "Kaum jemand ist in der Lage, einen Kunstdruck als authentisch einzustufen", sagt der emeritierte Kunstprofessor, der vor einiger Zeit mit seiner Frau den Rödelheimer Büchergarten übernommen hat.
Dabei liegt das nicht daran, dass sich die Betrachter nicht auskennen. Vielmehr haben Poster und Drucke von bekannten Kunstwerken farblich fast nichts mehr mit dem Original zu tun, weil der Druck schlicht und ergreifen schlecht und billig ist - Farbnuancen verschwimmen im Farbbrei, klumpen oder leuchten lange nicht so wie im Original. "Viele Menschen sind dann überrascht, wenn sie im Museum dem Bild gegenüberstehen, das sie von daheim nor vom Poster kennen", sagt Kripgans. Und für das sie manchmal vielleicht sogar noch einen recht stattlichen Preis gezahlt haben.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Bahnhofsumbau: Ein Wunder! Die ersten Fahrstühle fahren

Rödelheim. Also sollte man irgendwann einmal darauf angewiesen zu sein, alles mögliche an Wundern zusammenkratzen zu müssen, um Papst Benedikt einmal selig sprechen zu müssen, ich hätte da was: Nur wenige Tage nach dem Besuch des Papstes in Deutschland, genauer in den fast-Nachbarstädten Berlin und Freiburg, hat sich auch in unserem beschaulichen Rödelheim wundersames zugetragen, was mit rationalen Erklärungen kaum mehr zu fassen ist: Die Fahrstühle an der Unterführungen fahren - zumindest zwei von drei. Somit kann sich die Dauerbaustelle nun zumindest ansatzweise als das bezeichnen, was sie schon vor einem knappen halben Jahr hätte sein sollen, nämlich barrierefrei. Am heutigen Mittwoch, 13. Oktober, anno domini 2012, war es tatsächlich vollbracht. In anbetracht dessen, was bislang so an läppischen Taschenspielertricks als Wunder durchging (Wasser in Wein verwandeln etwa, das machen die Discounter doch ständig für ihr Sortiment!), sollten wir uns diesen denkwürdigen Tag dick und rot im Kalender ankreuzen.
Allerdings: Für Fußbänger, Radfahrer und sonstige Unterführungssutzer, die nicht auf die Lifts warten wollen, hat sich wenig geändert. Und, ach ja: Wer auf den mittleren Bahnsteig will, sei es mit Rollator oder Kinderwagen, muss vorerst immer noch ordentlich Anlauf nehmen, um die steile Bretterrampe erklimmen zu können.